EURAC-Ausbildungscurriculum
Unser EURAC-Ausbildungscurriculum soll immer auch der geforderten und erwarteten Weiterentwicklung der MPU-Beurteilungskriterien (BK), besonders den dort definierten therapeutischen Problembewältigungskriterien entsprechen. Die im Folgenden angeführten Schulungsthemen werden deshalb fortlaufend weiterentwickelt und ergänzt.
Gefordert wird die Ableitung eignungsdiagnostischer Kriterien aus den psychothera-peutischen. Als Basis dient zum Beispiel die psychopathologische Situierung der Verkehrsauffälligkeit und der weiteren Symptomatik. (1) Erst dann können die BK valide und kongruent auf die therapeutischen oder selbsttherapeutischen Rehabilita-tionsanforderungen bezogen werden. (2) Die entsprechende psychotherapeutisch fundierte Indikationsdiagnostik soll den nachfolgenden therapeutischen Prozess strukturell und motivierend vorbereiten und eine entsprechende psychotherapeutische Prozessdiagnostik ihn begleiten. (3) Die MPU-Vorbereitung wäre im Kern Darstellungs-hilfe individueller therapeutischer oder selbsttherapeutischer Prozesse. Eine in dem Sinne erfolgreiche MPU-Vorbereitung ist nur in Zusammenarbeit mit gut ausgebildeten kurativen Verkehrstherapeuten zu erzielen.
Themen des Ausbildungscurriculum Kurativen Verkehrstherapie
- Wissenschaftliche Belege für die psychotherapeutische Behandlungsbedürftigkeit (vor allem Komorbidität)
- Zielgruppenspezifische (Alkohol, Drogen,. Punkte) Komorbiditätsstrukturen resp. psychopathologische Situierung
- Differenzierte Ausrichtung der psychotherapeutischen Indikationsdiagnostik und Therapieplanung entsprechend der psychopathologischen Situierung
- Motivationstherapie für extrinsisch Motivierte
- Psychotherapeutischer Umgang mit gesetzlichen, behördlichen, eignungsdiagnostischen Kontextbedingungen
- (speziell zu 5) Kongruenz und Kompatibilitätsprobleme zwischen Verkehrstherapie und MPU. Lösungsorientierter Umgang in der Therapie und mit der MPU/den Behörden
- (speziell zu 5) Verkehrstherapeutische Umsetzung externer Diagnosen, Erhebungsinhalte, Ratschläge und Auflagen (z.B. MPU)
- (speziell zu 5) Die Darstellung verkehrstherapeutischer Arbeiten in Akquisition, Bescheinigungen, als Gerichtsgutachter und durch den Klienten/Paienten
- (speziell zu 5) Ausbildung bzw. Vermittlung von Ausbildung bezogen auf problemrelevante Gesetze, Verordnungen, Beurteilungstechniken, Beurteilungs-kriterien, medizinische Grundkenntnisse und Verfahrensweisen (Screenings), Eignungsdiagnostik (z.B. MPU-Hospitationen und Gutachtenanalysen)
- Spezifische verkehrstherapeutische Verfahren, Methoden, Techniken (z.B. der entsprechende Fundus der IVT-Hö®)
- (speziell zu 10) Therapiebegleitende Diagnostik und therapeutische Standortbestimmungen
- Verkehrstherapeutische Supervisionsschulung (Supervisionsmodelle)
Dimensionales psychopathologisches Modell zur Situierung der Verkehrsauffälligkeiten nach Höcher & Nicolay (2000)
